So unterschiedlich zelebrieren Kreuzfahrtreedereien heute Genuss
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Warum Kulinarik mehr ist als reine Verpflegung
- Welche kulinarischen Welten gibt es an Bord?
- Was Kulinarik auf See von Restaurants an Land unterscheidet
- Interview mit Anne Inderwisch (Teil 1)
- Kulinarik als Reederei-Profil: die Matrix
- Sechs Reedereien, sechs kulinarische Handschriften
- Genuss-Typen an Bord
- Welche Reederei passt zu welchem Geschmack?
- Interview mit Anne Inderwisch (Teil 2)
- Kosten, Inklusivleistungen und Spezialitätenrestaurants
- So lässt sich Kulinarik in den Bordalltag integrieren
- Fazit: Neugier und Gelassenheit
Gutes Essen ist auf einer Kreuzfahrt weit mehr als ein angenehmer Zeitvertreib zwischen zwei Häfen. Frühstück, Mittagessen und Dinner strukturieren vielmehr den Tag; Restaurants, Bars und Cafés werden zu Treffpunkten – und manche Menüs zu eigenen Reiseerlebnissen.
Dabei hat die moderne Bordgastronomie mit der alten Vorstellung vom einen großen Buffet nur noch wenig gemein. Je nach Schiff reicht die Auswahl vom Bedienrestaurant und zwanglosen Bistro bis zum Chef’s Table auf höchstem Niveau.
Allerdings unterscheiden sich die Reedereien beträchtlich: Während die einen auf flexible Vielfalt setzen, machen andere Inklusivleistungen, klassische Dinnerkultur, regionale Küche oder Fine Dining zu ihrem Markenzeichen.
Was „gut essen auf See“ konkret bedeutet, hängt deshalb stark von den eigenen Wünschen ab. In diesem Überblick erklären wir die wichtigsten Konzepte, vergleichen bekannte Reedereien und zeigen, welcher kulinarische Stil zu welchem Kreuzfahrtgast passt – bon appétit!
Essen und Trinken gehören zwangsläufig zu jeder Reiseform „irgendwie“ dazu. Ihre Funktion unterscheidet sich jedoch teils massiv. An Bord ist Gastronomie ein Teil des Urlaubsmodells.
Das liegt zunächst an einer simplen Besonderheit der Reiseform: Das Schiff ist mehr als nur eine Unterkunft, sondern – abgesehen von Landgängen – der zentrale Lebens- und Urlaubsraum.
Wer in einem Hotel an Land übernachtet, isst dort vielleicht nur sein Frühstück; wer ein Ferienhaus mietet, speist vielleicht generell nur auswärts. Und selbst in All-Inklusive-Unterkünften gibt es zumindest die Option, jederzeit außerhalb der Hotelanlage andere Genüsse zu finden.
Auf einem Kreuzfahrtschiff hingegen finden sämtliche Mahlzeiten, Nachmittagskaffee, abendlicher Drink, sogar Mitternachtssnack, quasi zwangsläufig an Bord statt. Auswärts zu speisen, ist nur in Einlaufhäfen möglich, und bis auf Snacks bieten die wenigsten Bordshops die Möglichkeit, sich dort als Selbstverpfleger einzudecken.
Damit übernehmen gastronomische Anlaufstellen an Bord mehrere Aufgaben gleichzeitig.
Hinzu kommen jene Momente, die es in dieser Form nur auf dem Wasser gibt: Frühstück beim Einlaufen in einen Hafen, ein Dinner mit Blick auf den Sonnenuntergang oder ein später Imbiss nach der Show auf einem sternenüberhangenen Außendeck. Hinzu kommen Gala-Abende, Themenmenüs, Kochvorführungen, Verkostungen und Ähnliches, das dem Ganzen noch mehr Vielfalt verleiht – wobei wir dabei noch nicht einmal kulinarische Themenkreuzfahrten angeschnitten haben, bei denen sich die ganze Reise um ein Gaumenfreuden-Oberthema dreht.
Das erklärt auch, warum Restaurants bei neuen Schiffen so viel Aufmerksamkeit erhalten. Sie sollen nicht bloß möglichst viele Menschen satt bekommen. Ihre Gestaltung, ihr Service und ihre Speisekarten sind zentrale Indikatoren, ob sich eine Reederei eher locker, familienfreundlich, international, traditionsbewusst oder luxuriös versteht.
Auch die unterschiedlichen Tagesabläufe prägen das Essen:
An Hafentagen müssen Angebote schnell, flexibel und mit Ausflugszeiten vereinbar sein.
An Seetagen dürfen Mahlzeiten dagegen zum ausgedehnten Erlebnis werden.
Zusätzlich muss es für Passagiere, ungeachtet ihrer anderen Beschäftigungen, stets etwas geben.
Auf fast jedem Hochseekreuzfahrtschiff existieren mehrere gastronomische Ebenen nebeneinander. Ihre Bezeichnungen und Preismodelle sind allerdings nicht vollständig vereinheitlicht. Ein „Spezialitätenrestaurant“ etwa kann bei einer Reederei inklusive sein und bei einer anderen einen Aufpreis kosten. Maßgeblich ist deshalb stets die Leistungsbeschreibung der konkreten Reise.
Typischerweise lassen sich auf modernen Schiffen folgende Kulinarikwelten unterscheiden:
Hier werden (mehrgängige) Mahlzeiten am Tisch serviert. Manche Reedereien arbeiten mit festen Tischzeiten und zugewiesenen Plätzen, andere mit freier Zeitwahl oder einer Kombination aus beiden Systemen.
Steakhouse, Sushi, französische Küche oder ein regionales Menü – solche Lokale besitzen ein klar abgegrenztes Profil. Je nach Reederei sind sie inklusive, verlangen eine Pauschale oder rechnen einzelne Gerichte ab.
Gäste stellen ihre Mahlzeiten selbst zusammen. Die Vorteile liegen in Auswahl, Tempo und Flexibilität. Moderne Buffets arbeiten häufig mit Themenstationen, Live-Cooking und Bereichen für bestimmte Ernährungsformen.
Suiten- oder Clubgäste erhalten bei einigen Anbietern eigene Restaurants. Beispiele sind die Grill-Restaurants bei Cunard, Luminae bei Celebrity Cruises oder Bereiche innerhalb des MSC Yacht Club.
Dazu gehören Poolgrills, Pizzerien, Burgerlokale, Snackbars, Cafés und Ähnliches. Sie sind für ungezwungene, schnelle Mahlzeiten gedacht und auf großen Resortschiffen oft ein eigenständiger Teil des Konzepts.
Das Spektrum reicht vom Frühstück auf der Kabine bis zum privaten Dinner, Chef’s Table, Kochkurs oder einer Kombination aus Show und Menü. Gerade hier entstehen häufig zusätzliche Kosten.
Wichtig ist nur, zu verstehen, dass keine dieser Formen automatisch „besser“ oder „schlechter“ ist: Ein Poolgrill kann ideal sein, wenn man sich an einem Seetag in der Sonne aalt. Ein Spezialitätenrestaurant hingegen kann die viel bessere Wahl für ein romantisches Dinner sein. Und wer nach einem erlebnisreichen, aber anstrengenden Landgang samt fremder Küche zurückkehrt, ist vielleicht froh, in einem Burgerlokal seinem Gaumen Bekanntes gönnen zu können.
Für einen wirklichen und fairen Vergleich muss man daher Vielfalt, Qualität, Flexibilität und Preisstruktur gemeinsam betrachten.
Faktisch jedes Bordrestaurant sieht für Gäste 1:1 wie das jeweilige Äquivalent an Land aus. Hinter den Kulissen gelten jedoch völlig andere Bedingungen: Die Küche ist Teil eines schwimmenden Hotelbetriebs, der ständig den Standort wechselt, einen deutlich eingeschränkten Zugang zu klassischen Großmärkten hat und 24/7 Passagiere wie Besatzung gleichermaßen versorgen muss. Die wichtigsten Unterschiede im Überblick:
Ein Restaurant an Land kann fehlende Waren meist vergleichsweise kurzfristig nachbestellen. Auf einem Kreuzfahrtschiff richtet sich die Bevorratung dagegen nach Route, Reisedauer, Gästezahl und den verfügbaren Häfen. Lebensmittel müssen rechtzeitig übernommen, kontrolliert, gelagert und auf die verschiedenen Küchen verteilt werden. Selbst bei Verzögerungen, geänderten Routen oder zusätzlichen Seetagen muss das gastronomische Angebot möglichst zuverlässig funktionieren.
Größere Schiffe betreiben neben den eigentlichen Restaurantküchen häufig zentrale Produktions- und Vorbereitungsbereiche. Von dort gelangen Zutaten und vorbereitete Komponenten zu den jeweiligen Restaurants. Kleinere Luxus- und Expeditionsschiffe versorgen zwar weniger Menschen, verbinden dies aber oftmals mit einer individuelleren Zubereitung und einem besonders persönlichen Service.
Kühlketten, Lagertemperaturen und saubere Arbeitsabläufe müssen auch dann eingehalten werden, wenn das Schiff unterwegs ist. Hinzu kommen die räumlichen Grenzen an Bord und die große Zahl von Menschen, die über mehrere Tage eng zusammenleben. Zu den international anerkannten Grundlagen für hygienische Standards auf Passagierschiffen gehört übrigens der Guide to Ship Sanitation der Weltgesundheitsorganisation.
Auf internationalen Schiffen treffen verschiedene Essgewohnheiten, Sprachen und kulturelle Erwartungen aufeinander. Die Speisekarten müssen vertraute Klassiker ebenso berücksichtigen wie vegetarische, vegane, glutenfreie oder anderweitig angepasste Gerichte. Medizinisch notwendige Ernährungsformen und Allergien sollten dennoch bereits vor der Reise angemeldet werden. Eine Schiffsküche kann vieles ermöglichen, benötigt mitunter aber etwas Vorlaufzeit.
Vor einem frühen Landgang sind ein schnelles Frühstück und flexible Öffnungszeiten gefragt. An Seetagen darf eine Mahlzeit dagegen zum längeren Erlebnis werden. Buffet, Bedienrestaurant, Poolgrill und Fine Dining erfüllen deshalb unterschiedliche Aufgaben. Digitale Reservierungen und mehrere kleinere Restaurants helfen auf vielen Schiffen zudem dabei, die Nachfrage zu verteilen.
Einige Reedereien greifen die angelaufenen Regionen gezielt auf ihren Speisekarten auf. In der S.A.L.T. Kitchen von Silversea etwa verändert sich das kulinarische Konzept mit dem jeweiligen Fahrtgebiet. Costa stimmt seine Destination Dishes auf die nächsten Reiseziele ab. Das Essen begleitet damit nicht nur die Reise, sondern erzählt sie auf kulinarische Weise weiter.
Eine allgemeingültige „beste Küche auf See“ lässt sich seriös kaum küren. Zu verschieden sind Schiffe, Reisepreise und persönliche Erwartungen. Die folgende Matrix bewertet deshalb nicht den Geschmack einzelner Gerichte, sondern die Sichtbarkeit bestimmter Konzepte innerhalb des jeweiligen Reedereiprofils.
Grundlage sind die von den Reedereien veröffentlichten Angebots- und Inklusivinformationen mit Stand Juli 2026.
| Reederei | Vielfalt der inkludierten Restaurants | Buffet & Casual Dining | Spezialitätenrestaurants | Getränke-Inklusivität | Regionale / Signature-Küche | Kulinarische Bordkultur |
|---|---|---|---|---|---|---|
| AIDA Cruises | ||||||
| Mein Schiff / TUI Cruises | ||||||
| MSC Cruises | ||||||
| Costa Cruises | ||||||
| Norwegian Cruise Line | ||||||
| Royal Caribbean International | ||||||
| Celebrity Cruises | ||||||
| Holland America Line | ||||||
| Cunard | ||||||
| Oceania Cruises | ||||||
| Hapag-Lloyd Cruises | ||||||
| Phoenix Reisen | ||||||
| Seabourn | ||||||
| Silversea | ||||||
| Explora Journeys |
Da die Unterschiede der Genussphilosophien sehr prägend ausfallen können, wollen wir im Folgenden anhand einiger ausgesuchter Reeder zeigen, wie sich eine Reise damit wirklich anfühlen kann – oder besser gesagt „wie sie schmeckt“.
Bei AIDA können Gäste zwischen Buffet, Snack Bar, Spezialitätenrestaurant und aufpreispflichtigem À-la-carte-Angebot wechseln. Besonders neuere Schiffe decken dabei unterschiedliche Stilrichtungen ab – von italienischer und französischer Küche bis zu Fisch, Sushi oder Burgern.
Charakteristisch ist die Möglichkeit, sich täglich spontan zu entscheiden. In den Buffetrestaurants sind Speisen und ausgewählte Getränke enthalten. Auch in Spezialitätenrestaurants gehören die Speisen grundsätzlich zum Reisepreis; bei bestimmten reservierbaren Restaurants kann im LIGHT-Tarif allerdings eine Genießer-Pauschale anfallen.
AIDA passt damit vor allem zu Gästen, die viel Auswahl schätzen, aber keine festen kulinarischen Abläufe benötigen.
Bei Mein Schiff umfasst das Premium-Alles-Inklusive-Konzept die Speisen in zahlreichen Restaurants und Bistros sowie eine große Getränkeauswahl in Restaurants, Bars und Lounges.
Kaffee am Nachmittag, Wein zum Essen oder ein Cocktail an der Bar führen bei den inkludierten Angeboten daher nicht jedes Mal zu einer Zusatzbuchung.
Exklusive Restaurants, besondere Genusserlebnisse und einzelne hochwertige Getränke kosten weiterhin extra. Der Unterschied zu AIDA liegt vor allem in der Preisstruktur: Während AIDA durch seine große Bandbreite auffällt, setzt Mein Schiff stärker auf Komfort, Inklusivität und gut kalkulierbare Nebenkosten.
Bei Cunard ist das Hauptrestaurant an die gebuchte Unterkunftskategorie gekoppelt: Britannia, Britannia Club, Princess Grill oder Queens Grill. Besonders die Club- und Grill-Kategorien bieten einen kleineren, exklusiveren Rahmen und einen eigenen Tisch während der Reise.
Neben festen Tischzeiten gibt es auch flexible Modelle. Buffet, Roomservice und der Golden Lion mit britischen Pubgerichten schaffen ungezwungene Alternativen.
Dennoch besitzt das Dinner bei Cunard mehr zeremonielles Gewicht als auf vielen Resortschiffen. Eingedeckte Tische, mehrgängige Menüs und der traditionelle Afternoon Tea machen Kulinarik zum festen Bestandteil der klassischen Seereise.
Bei Oceania Cruises steht Kulinarik im Mittelpunkt des gesamten Produkts. Die regulären Gourmet- und Spezialitätenrestaurants können ohne zusätzlichen Restaurantzuschlag besucht werden. Statt fester Tischzeiten gilt freie Platzwahl; für kleinere Restaurants sind Reservierungen dennoch sinnvoll oder erforderlich.
Je nach Schiff reicht die Auswahl von italienischer und französischer Küche über Steakhouse-Gerichte bis zum panasiatischen Red Ginger.
Anders als auf vielen großen Resortschiffen sind Spezialitätenrestaurants hier keine Ergänzung, sondern maßgeblicher Teil des regulären Reiseerlebnisses. Softdrinks, Wasser sowie Tee- und Kaffeespezialitäten sind ebenfalls grundsätzlich enthalten.
Bei Hapag-Lloyd Cruises entsteht kulinarischer Luxus vor allem durch geringere Passagierzahlen, viel Raum und persönlichen Service. Auf der MS EUROPA 2 etwa stehen sieben Gourmetrestaurants ohne zusätzlichen Restaurantzuschlag zur Verfügung. Flexible Essenszeiten und der Verzicht auf fest zugewiesene Sitzplätze unterstützen die legere Atmosphäre.
Die MS EUROPA ist dabei stärker klassisch geprägt, während die MS EUROPA 2 einen kosmopolitischeren Stil verfolgt. Im Gegensatz zu großen Resortschiffen entsteht Vielfalt hier weniger durch zahlreiche Snackstationen. Im Mittelpunkt stehen Ruhe, individuelle Betreuung und aufwendig servierte Mahlzeiten in einem vergleichsweise kleinen Rahmen.
Explora Journeys verbindet umfangreiche Inklusivleistungen mit der Atmosphäre eines modernen Lifestyle-Hotels. Neun kulinarische Erlebnisse gehören zum regulären Angebot, darunter Sakura, Marble & Co. Grill, Med Yacht Club, Fil Rouge, Emporium Marketplace und der rund um die Uhr verfügbare In-Suite-Service.
Auch zahlreiche Weine, Champagner, Spirituosen, Kaffeespezialitäten und alkoholfreie Getränke sind eingeschlossen. Separat berechnet werden unter anderem Anthology, die Chef’s Kitchen, private Chef’s-Table-Erlebnisse und besonders exklusive Getränke. Luxus zeigt sich hier weniger durch Förmlichkeit als durch Auswahl, Inklusivität und große zeitliche Freiheit.
Was ihm persönlich gut schmeckt, dürfte jeder Passagier ebenso individuell empfinden, wie das, was er überhaupt in kulinarischer Hinsicht auf einer Kreuzfahrt erwartet.
Wer beispielsweise auch auf See möglichst bekannte Gerichte in ungezwungener Atmosphäre genießen möchte, dürfte bei einer entsprechend fokussierten Reederei besser aufgehoben sein als bei einer, bei der eher hohe, exotische kulinarische Ansprüche befriedigt werden.
Tatsächlich lassen sich unter den Passagieren acht spezifische Genuss-Typen oder -Charaktere identifizieren:
Möchte Auswahl, Flexibilität und wenig Förmlichkeit.
Braucht kindertaugliche, flexible und unkomplizierte Essensangebote.
Möchte möglichst viele Leistungen bereits im Reisepreis enthalten haben.
Schätzt Dinnerkultur, feste Abläufe, Bedienrestaurants und festliche Abende.
Liebt spontane Auswahl, kurze Wege und lockere Atmosphäre.
Sucht regionale Küche, Zielgebietsbezug und neue Geschmackserlebnisse.
Sucht gehobene Menüs, Service, Weinbegleitung und besondere Restaurantabende.
Erwartet Exklusivität, hochwertige Zutaten, inkludierte Spezialitätenrestaurants und außergewöhnlichen Service.
Gerade weil das Essen an Bord einen so zentralen Stellenwert einnimmt, ist es deshalb wichtig, sich vor einer Reise darüber bewusst zu werden, was man wie genau konsumieren möchte – und die Antworten darauf in die Auswahl mit einfließen zu lassen. Um genau das zu erleichtern, haben wir folgende Tabelle kreiert. Während die Reederei-Matrix die Angebotsseite erläutert, hilft die Tabelle dabei, herauszufinden, welches gastronomische Konzept einem persönlich am besten zusagt.
| Genuss-Typ | Besonders passende Reedereien | Warum sie passen |
|---|---|---|
| Unkomplizierter Genießer | AIDA, Mein Schiff, NCL | Viel Wahlfreiheit, zwanglose Atmosphäre und mehrere spontane Optionen |
| All-inclusive-Komforttyp | Mein Schiff, Seabourn, Silversea, Explora Journeys | Viele Speisen und Getränke bereits abgedeckt; Zusatzrechnungen spielen eine kleinere Rolle |
| Buffet- und Casual-Dining-Fan | AIDA, MSC, Royal Caribbean, NCL | Starke Buffets, Snackangebote und auf neuen Schiffen teils Food-Hall-ähnliche Vielfalt |
| Fine-Dining-Fan | Oceania, Hapag-Lloyd, Seabourn, Silversea, Explora Journeys | Hoher kulinarischer Anspruch, aufwendiger Service und mehrere profilierte Restaurants |
| Familiengast | AIDA, MSC, Royal Caribbean, NCL | Flexible Essenszeiten, bekannte Gerichte und unkomplizierte Zwischenmahlzeiten |
| Klassischer Kreuzfahrer | Cunard, Holland America Line, Phoenix Reisen | Bedienrestaurants, Dinnerkultur und vertraute Tagesrituale |
| Kulinarischer Entdecker | Silversea, Costa, Holland America Line, Oceania | Zielgebietsbezug, Signature-Menüs und regionale Einflüsse |
| Luxusgast | Hapag-Lloyd, Seabourn, Silversea, Explora Journeys | Viel Raum pro Gast, persönlicher Service und umfangreiche Inklusivleistungen |
In aller Regel bezahlt man mit dem Buchungspreis nicht nur die Kabine, sondern – bei den meisten Reedereien – auch eine gastronomische Grundversorgung: Frühstück, Mittag- und Abendessen können in bestimmten Haupt- und Buffetrestaurants ohne zusätzlichen Restaurantzuschlag eingenommen werden. Je nach Schiff kommen einzelne Bistros, Snack Bars oder weitere Lokale hinzu.
Häufig wird das Prinzip als „Vollpension“ bezeichnet. Das bedeutet jedoch nur, dass die regulären Hauptmahlzeiten abgedeckt sind. Daraus folgt aber weder, dass jedes Restaurant kostenlos ist, noch dass Getränke, Kaffeespezialitäten oder Roomservice enthalten sind. Und selbst innerhalb einer Reederei können Tarif, Kabinenkategorie und Schiff den Leistungsumfang verändern.
Vor der Buchung ist daher ein genauer Blick auf fünf wichtige Punkte praktisch Pflicht:
Die Unterschiede sind beträchtlich. Bei Mein Schiff etwa deckt das Premium-Alles-Inklusive-Konzept die meisten gastronomischen Angebote und zahlreiche Getränke ab. Phoenix Reisen schließt unter anderem Vollpension sowie Tischwein und Saft des Tages zu den Hauptmahlzeiten ein.
Seabourn bietet hingegen sämtliche regulären Dining Venues ohne Restaurantzuschlag an. Und Explora Journeys inkludiert neun Genussangebote und viele Getränke, berechnet besondere Erlebnisse wie Anthology aber separat.
Bei anderen Reedereien bildet ein günstigerer Grundpreis die Basis. Hauptrestaurant und Buffet sind dann enthalten, während Steakhäuser, Sushi, Getränkepakete oder besondere Menüs hinzukommen.
Das ist nicht automatisch schlechter: Wer etwa kaum Alkohol trinkt und mit den inkludierten Restaurants zufrieden ist, möchte ein umfassendes Paket womöglich gar nicht mitbezahlen. Kostspielig wird das Modell vor allem dann, wenn Gäste erst an Bord merken, dass ihre Wunschrestaurants und üblichen Getränke außerhalb des Reisepreises liegen.
Entscheidend ist deshalb nicht die Zahl der Inklusivleistungen allein, sondern deren Übereinstimmung mit den eigenen Gewohnheiten. Ein realistischer Vergleich betrachtet daher jene kostenpflichtigen Extras, die man voraussichtlich tatsächlich nutzen wird – andernfalls kann man viel Geld sprichwörtlich ins Wasser werfen.
Auf einem Schiff mit einem Dutzend oder mehr gastronomischen Möglichkeiten kann selbst das Abendessen zum Planungsprojekt werden. Denn so viel Auswahl kann tatsächlich etwas überfordern – vor allem, weil sehr vieles interessant klingt und verführerisch aussieht.
Dagegen kann man nur raten, sich ein wenig vorzubereiten. Nein, keine generalstabsmäßige Planung für jede Mahlzeit, sondern lediglich ein Rahmen, damit man sich nicht ständig den Kopf zerbrechen muss und gleichzeitig nicht das Gefühl bekommt, einen Gaumenschmaus zu versäumen.
Für besondere Restaurants empfiehlt sich immer eine frühe Reservierung, vor allem an Seetagen und für kleine Lokale. Die übrige Reise darf flexibel bleiben. Ein guter Ansatz besteht darin, ein oder zwei kulinarische Höhepunkte fest einzuplanen und die anderen Mahlzeiten dem Tagesablauf anzupassen:
bieten sich frühes Frühstück, spätes Mittagessen oder ein unkompliziertes Bistro nach der Rückkehr an.
sollten Passagiere prüfen, ob das Hauptrestaurant am selben Abend ein besonderes Menü anbietet.
ist Zeit für Brunch, Afternoon Tea, Verkostung oder ein längeres Menü.
entscheidet der tatsächliche Konsum, nicht das Gefühl, im Urlaub müsse sich das Paket unbedingt „lohnen“.
lohnt sich definitiv ein Rundgang durch die Restaurants, bevor aus Gewohnheit täglich dasselbe Buffet angesteuert wird.
Das Schöne an moderner Kreuzfahrtgastronomie besteht schließlich gerade darin, zwischen großem Dinner im feinen Dress und einer Pizza in legerer Kleidung wählen zu können – und sich im Zweifel für das zu entscheiden, was in dem Moment einfach verführerischer klingt.
Dazu noch ein Wort zu den „Urlaubspfunden“: Dass das Gewicht während einer Reise etwas steigt, ist nicht ungewöhnlich – aber auch kein unvermeidliches Kreuzfahrtgesetz. Definitiv ist ein Kreuzfahrtschiff der falsche Ort, um jede einzelne Kalorie zu verfolgen. Umgekehrt muss aber auch nicht jedes Buffet vollständig erkundet werden.
Wer besondere Menüs bewusst genießt, zwischendurch leichter isst und Treppen, Deckrunden, Landgänge oder das Bord-Gym in den Tagesablauf einbaut, findet meist einen guten Mittelweg – und verschafft sich durch die Bewegung obendrein mehr Appetit.

